Alte Feuerwache Kromsdorf e.V.

Die "Alte Feuerwache" in Kromsdorf ist ein studentisches Wohnprojekt in Thüringen, 5 Kilometer von Weimar entfernt (ehemals Kultur-Wohnen-Vreiraum/ kwvreiraum e.V.).

Alles zum diesjährigen Sommerfest gibt es hier!

 

Sommerkino Mon Amour:

Jeden Donnerstag Abend gibt es cinematographische Delikatessen und gut gereifte Raritäten - ab dem 24. Juni

 


 

Wir veranstalten jedes Jahr ein Sommerfest, mehrere Workshops, und bieten Interessierten Raum und Unterstützung für die Umsetzung ihrer künstlerischen und kulturellen Ideen. Hierfür haben wir im Laufe der Jahre verschiedene Werkstätten eingerichtet (Holzwerkstatt, Töpferei, seit kurzem eine Glasbläserei, Fotolabor etc.) und stellen Raum für Ateliers und Projekte zur Verfügung.


Einblicke:

 

Wir trinken ganz viel, kochen viel, schlafen viel, laufen ganz viel die Treppen hinauf und wieder hinunter, und machen überhaupt Vieles ganz viel, weil wir ganz viele sind. Im Moment so um die sechzehn Erwachsene, glaube ich, und Kinder. In der Woche eins, am Wochenende meist drei. Dazu drei Hunde, zwei Katzen und unzählige Spinnen, und ein Pferd und ein Esel. Wir stammen aus den unterschiedlichsten Elternhäusern, Bildungsniveaus, Ländern und Bundesländern. Wir sind Arbeitslose, Auszubildende, Studenten, Werktätige. Amerikaner, Spanier, Deutsche. Musiker, Glasbläser, Töpfer, Grafiker, Produktgestalter, Philosophen, Lebenskünstler, Programmierer, Baustoffkundler, Ergotherapeuten, Feuerschlucker, Übersetzer. Wir sind Bayern, Franken, Sachsen, Fischköppe. Aber im Moment sind wir alle Thüringer. Wir sind eine Kommune, und doch nur eine WG. Eine Land-WG.

Wir gehen die unterschiedlichsten Wege. Manche von uns werden zu Superstars werden und im Rampenlicht stehen. Manche tun es schon. Manche gehen ihrer erkläglichen Tätigkeit nach. Das geschieht alles ohne Eitelkeit, denn jeder wird gleich angesehen. Jeder geht einer anderen Tätigkeit nach, oft in einem Umfang und Ausdauer, dass ein paar die anderen manchmal Tage und Wochen lang nicht zu Gesicht bekommen. In dieser Zeit wird die Welt erklärt oder verstanden, Applaus geerntet und Preise gewonnen, oder einfach nur Geld verdient.

Wir sind zwischen Anfang zwanzig und Mitte dreißig. Wir hassen und lieben, streiten und und vertragen uns. Wir gehen uns aus dem Weg und kommen wieder zusammen. Wir tragen Verantwortung für unser Gegenüber und unsere Behausung, und kümmern uns um sie, mehr, als Studenten das tun. Und wir sind gemeinsam auf der Suche. Nach dem Sinn des Lebens, Geld, Erfüllung, Heimat, oder dem Handfeger. Die meisten sind auf der Suche nach dem Lebenspartner. Manchmal finden sie ihn unter den Mitbewohnern, manchmal verlieren sie ihn auch wieder. Dann verliert die Gemeinschaft meist auch eins ihrer Mitglieder.

Was uns eint ist der Wunsch, diese eigenen Wege zusammen zu gehen. Abseits von der Geschwindigkeit der Großstadt, oder sogar der Einfalt der Kleinstadt, im kuscheligen Nest am Rande eines großen Parks auf dem Dorf. Dabei sind wir Kosmopoliten wie sie im Buche stehen. Barcelona, London, Paris, Amman, New York, Hamburg, Berlin; uns gehört das Land und die Welt. Ein jeder von uns nutzt die Gemeinschaft dabei als Basisstation für seine Unternehmungen, als zuverlässigen Rückhalt, auch Rückzugsort. Zu wissen, dass welcher Wind auch immer einem draußen in der Welt ins Gesicht weht und manchmal umweht, zu Hause die Gemeinschaft auf einen wartet und notfalls auffängt, gibt nicht selten die Kraft und den Mut, nach den Sternen zu greifen.

Wir wohnen unterschiedlich lange in dieser Gemeinschaft: Viele Jahre oder wenige Wochen. Ein paar von uns werden wohl für immer hier wohnen, scheint es. Andere wissen nicht, wann es sie wohin als Nächstes verschlägt. Aber eins steht jetzt schon fest: Wir lieben diese Gemeinschaft und ihre Mitglieder und werden diesen Lebensabschnitt niemals vergessen.

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